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Warum auch hier noch Buchempfehlungen machen, obwohl die Homepages der überregionalen Gruppen schon mit umfangreichen Verzeichnissen gefüllt sind? Nun, ganz einfach! Jeder, der auf dieser Homepage ein Buch empfiehlt, schreibt seine persönliche Meinung dazu, warum das Buch auch für andere interessant sein könnte. Bei unseren Treffen können wir dann über die empfohlenen Bücher reden.
Helma Katrin Alter, 1998/1999. Der Begriff Transsexualität ist so tief in den Köpfen der Bevölkerung verankert, dass die Bezeichnung Transidentität noch recht fremd erscheint. Transsexualität bedeutet, dass der Körper des/der Betroffenen im Gegensatz zum psychischen Identitätsgeschlecht steht, dass die Geschlechtsidentität vom biologischen Geburtsgeschlecht abweicht. Es ist ein Sachbuch für selbst Betroffene, Ärzte, Psychologen, Partner, Angehörige und interessierte Bürger. Dieses Nachschlagewerk erklärt alles bis ins Kleinste: Erziehung und Moral in der Gesellschaft, was machbar ist, psychologische Begleitung und Behandlung, Eltern und Kinder, „Spielregeln“ für alle an diesem Prozess Beteiligten und die „Standards of Care“. Hier wird eingegangen auf psychotherapeutische Begleitung, Indikation somatischer Behandlung, Tipps zum Umgang mit Krankenkassen. Im Anhang sind eine Menge Gesetze und Grundsatzurteile nachzulesen. Diese Investition lohnt sich wirklich. Auch mir hat dieses Buch sehr geholfen. (empfohlen von Tina)
Der renommierte Visagist Horst Kirchberger gibt in diesem Bildband detaillierte Anleitung, wie Frauen sich typgerecht schminken. Die Beschreibungen sind leicht nachvollziehbar und alltagstauglich. Am Ende des Kursteils werden die Techniken noch mal am Beispiel mehrerer Frauen mit ausführlich erläuterten Vorher-Nachher-Bildern demonstriert. An Kosmetikschulen gilt dieses Buch als Standard-Lehrwerk. (empfohlen von Michi)
Dana International, die im Mai 1998 den Grand Prix d' Eurovision gewann, ist eine Frau, die früher als Mann lebte. Jean Paul Gaultier schickt Männer in kurzen Röcken auf den Laufsteg. Bridge Markland, das „Chamäleon“, knackt auf der Bühne das Zwei-Geschlechter-System. Was steckt hinter diesen Verwirrspielen? Lösen sich die traditionellen Kategorien von „Mann“ und „Frau“ allmählich auf? Karin Hertzer taucht ein in die Welt der fließenden Geschlechtergrenzen, analysiert die Trends der Mode, Film und Literatur, fragt nach Genen, Hormonen und Erziehung und gibt Einblicke in den Alltag von Menschen, bei denen Körper und Seele nicht zusammenpassen. (empfohlen von Tina)
Holde-Barbara Ulrich und Thomas Karsten beschreiben in dem Buch verschiedene transidentische Lebenswege. Das Buch enthält auch hochwertige Fotografien, teilweise Aktfotos. Die beschriebenen Lebenswege sind außergewöhnlich und leider sehr traurig. Das Buch ist daher völlig ungeeignet, um damit bei einem geplanten Outing nahe Angehörige an das Thema heranzuführen! Auch Betroffene mit Selbstverletzungstendenzen sollten das Buch vielleicht lieber meiden. Positiv an diesen sehr sensibel beschriebenen Lebensgeschichten ist, dass niemand in Selbstmitleid schwelgt, sondern alle versuchen, noch das Beste aus ihrer Situation zu machen. (empfohlen von Michi)
Die Ausgabe von März 2009 dieser Fachzeitschrift im renommierten Thieme-Verlag enthält Beiträge verschiedener bekannter Psychiater, Psychotherapeuten und Mediziner. Sie bietet einen guten Überblick des aktuellen Stands der Wissenschaft. Wie in Fachpublikationen üblich ist die Sprache etwas abgehoben, dafür sind viele Verweise auf Studien und weiterführende Literatur enthalten. Leider ist die Zeitschrift wegen der kleinen Auflage sehr teuer. (empfohlen von Michi)
Auf freimütige, witzige und zugleich sensible Weise beschreibt Marion Holl ihre eigenen Erfahrungen: Das Glück und das Leid einer Transsexuellen. Sie hat sich ihren größten Wunsch erfüllt, nämlich als Frau zu leben. Ob Homo, Bi oder Trans, das Buch „Seele im Spagat“ plädiert für mehr Toleranz mit individuellen und ungewöhnlichen Lebensformen und gibt all denen Mut, die Schwierigkeiten haben, sich zu ihrer vermeintlichen Andersartigkeit zu bekennen. Es baut Berührungsängste ab und stärkt unsere Fähigkeiten mit solchen Menschen umzugehen. (empfohlen von Tina)
Die transsexuelle Denise erzählt der Journalistin Jana in langen nächtlichen Telefongesprächen ihre ungewöhnliche Lebensgeschichte. Auch ihre Behandler kommen zu Wort und berichten ihre Sicht der Dinge. Das Buch ist sehr fesselnd geschrieben, professionell und ohne Brüche. Im Gegensatz zu den meisten anderen Lebensgeschichten Transsexueller konnte ich meine innersten Gefühle bei diesem Buch in vielerlei Hinsicht wiederfinden, auch ohne eine schlimme Kindheit oder ein ausschweifendes Sexualleben gehabt zu haben. (empfohlen von Michi)
Der bekannte Psychoanalytiker Udo Rauchfleisch gibt einen umfassenden Einblick ins Thema, der auch für Einsteiger und Interessierte verständlich ist. Sehr ausführlich geht er auf die Möglichkeiten der Psychotherapie ein, wobei er nach meiner Meinung allerdings heftig übertreibt. Er bevorzugt eine sehr konservative Behandlung, die von den aktuellen Standards überholt ist. Immerhin erkennt er an, dass Transidentität an sich keine Krankheit ist. Ich halte das Buch geeignet dafür, sich in das Thema einzulesen und die Denkweise von Psychotherapeuten zu verstehen. (empfohlen von Michi)
Die Examensarbeit von Christine Ant wurde in der Reihe „Studien der Moraltheologie“ veröffentlicht. Eine lange Einführung in die medizinischen und rechtlichen Aspekte der Transsexualität ist veraltet und eher für Nichtbetroffene interessant. Danach aber wird die Transsexualität aus katholisch kirchenrechtlicher, theologisch-ethischer und moraltheologischer Sicht erörtert. Abgerundet wird das Buch durch ein gelungenes Kapitel mit Antworten auf die Frage, was Geschlechtsidentität überhaupt ist. Die theologischen Überlegungen sind ergebnisoffen dargestellt, ohne sich auf die derzeitigen (sehr restriktiven) Anordnungen der Amtskirche festzulegen. (empfohlen von Michi)
Ein Leben unter falschen Vorzeichen - sich als Frau fühlen, aber in einem Männerkörper leben müssen. Simone-Yvonne von Budzyn hat selbst erlebt, wie das ganze Leben in seinen Alltäglichkeiten von diesem Widerspruch bestimmt wird. Anschaulich beschreibt sie die Wechselbäder der Gefühle und die widerstreitenden Erlebnisse ihres Daseins. Als Mann sozialisiert, von der Gesellschaft, den Eltern und dem eigenen Ehrgeiz getrieben, wurde sie zum Sportler mit internationalen Erfolgen, stieg auf im Beruf, gründete eine Familie, um dann doch den steinigen Weg der Geschlechtsangleichung zu gehen. Denn das wahre, das psychische Geschlecht ist nicht zu unterdrücken, die seltene Krankheit Transsexualität nicht heilbar. (empfohlen von Tina)
Jutta Schütz hat einen fiktionalen Liebesroman geschrieben, der sich kritisch mit dem sozialen Rollenwechsel und dem Thema Kopfkino auseinandersetzt. Die Geschichte ist unterhaltsam und reizt immer wieder zum tieferen Nachdenken. Hilfestellung zur eigenen Identitätsfindung wird nicht geliefert, denn warum Uwe meint, eine Frau „werden“ zu wollen, bleibt dem Leser verschlossen. Für mich ist Uwe ein Transvestit mit reichlich Kopfkino, der von einer übereifrigen Selbsthilfegruppe in die TS-Ecke gedrängt wird, und noch rechtzeitig den Absprung schafft. Dass gleich in einer SHG zwei Operierte sind, die ihre OP bereuen, ist sicherlich eher selten. Aber Schönrederei in der SHG habe ich selbst erlebt, eine Sogwirkung in Richtung TS ist ein reales Risiko. Deshalb fand ich für mich das Buch wichtig, als Ergänzung zu den ganzen „Erfolgsstories“, die es sonst zu lesen gibt. Hinweis: Erst die 2. Auflage wurde lektoriert, deshalb besser keine Altbestände kaufen! (empfohlen von Michi)